Venice Film Festival 2026: Direkt auf den Lido fliegen
Vom 2. bis 12. September 2026 findet auf dem Lido di Venezia die 83. Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele von Venedig statt. Die von Alberto Barbera geleitete Biennale Cinema gehört zu den wichtigsten Premierenfestivals der Welt, ist aber keineswegs ausschließlich der Filmindustrie und geladenen Gästen vorbehalten. Zahlreiche Vorführungen sind öffentlich zugänglich, sofern rechtzeitig personalisierte Tickets gebucht werden. Die Ausgabe 2026 beginnt mit der Weltpremiere von Danny Boyles Ink und endet am 12. September mit der Preisverleihung und dem Abschlussfilm Dio ride von Giovanni Veronesi. (La Biennale di Venezia)
Für die Reiseplanung ist eine geografische Besonderheit entscheidend: Das Filmfestival findet nicht im historischen Zentrum Venedigs, sondern auf dem Lido statt. Genau dort befindet sich mit dem Aeroporto Giovanni Nicelli auch einer der ungewöhnlichsten Ankunftspunkte der europäischen Luftfahrt. Für geeignete Flugzeuge besteht damit die Möglichkeit, unmittelbar auf der Festivalinsel zu landen.
Ein Filmfestival, das mehr bietet als Premieren und roten Teppich
Das Zentrum des Festivals bildet die Sektion Venezia 83 mit bis zu 21 internationalen Spielfilmen, die als Weltpremieren gezeigt werden. Hier konkurrieren die wichtigsten Wettbewerbsbeiträge um den Goldenen Löwen. Wer sich für neue Regiestimmen und weniger etablierte Filmkulturen interessiert, findet in Orizzonti häufig die interessanteren Entdeckungen. Die Sektion konzentriert sich auf neue ästhetische und erzählerische Entwicklungen, Debütfilme und unabhängige Produktionen.
Venice Open, Out of Competition präsentiert bedeutende Arbeiten außerhalb des Wettbewerbs, darunter Filme etablierter Regisseure, dokumentarische Formen sowie ausgewählte Serien und Miniserien. Venice Spotlight verbindet innovative Filme mit Gesprächen, in denen Regisseure, Schauspieler und weitere Kulturschaffende ihre Arbeiten einordnen. Venice Classics widmet sich restaurierten Werken der Filmgeschichte, während Venice Immersive auf der nahe gelegenen Isola del Lazzaretto Vecchio aktuelle Entwicklungen in Virtual Reality, Mixed Reality und anderen immersiven Medien zeigt. (Offizielle Sektionen der Biennale Cinema 2026)
Für einen ersten Besuch ist es meist sinnvoller, nicht ausschließlich auf die großen Abendpremieren zu setzen. Eine Kombination aus einem Wettbewerbsfilm, einer Vorstellung aus Orizzonti oder Venice Spotlight und ausreichend Zeit zwischen den Terminen vermittelt ein vollständigeres Bild des Festivals. Gespräche nach einer Vorführung, kurzfristige Programmänderungen und Transfers zwischen den Spielstätten sollten nicht in einen zu engen Tagesplan gezwängt werden.
Tickets, Akkreditierungen und Zugang
Für ausgewählte öffentliche Vorführungen ist keine Branchenakkreditierung erforderlich. Das öffentliche Programm ist bereits veröffentlicht; Tickets sind seit dem 11. August ausschließlich online erhältlich. Sie sind personalisiert und nicht übertragbar. Andere Vorführungen und Veranstaltungen bleiben akkreditierten oder eingeladenen Gästen vorbehalten. Ein Ticket für einen Film beinhaltet daher nicht automatisch den Zugang zu Premierenempfängen, geschlossenen Veranstaltungen oder Red-Carpet-Bereichen. (Informationen und Tickets)
Die Spielstätten reichen von der Sala Grande im Palazzo del Cinema über Sala Darsena, Sala Giardino und Sala Casinò bis zum PalaBiennale und weiteren Kinos auf dem Lido. Auch wenn die Distanzen überschaubar wirken, sollte zwischen zwei Vorführungen ausreichend Zeit verbleiben. Nach Beginn eines Films wird kein Einlass mehr gewährt; nach den offiziellen Bedingungen endet der Zugang bereits zehn Minuten vor der angegebenen Anfangszeit.
Venice Immersive verlangt eine gesonderte Planung. Die Projekte werden auf der Isola del Lazzaretto Vecchio präsentiert und können nur mit entsprechender Akkreditierung und Reservierung besucht werden. Vom Lido verkehrt ein kostenfreier Shuttle über die Lagune, dessen Überfahrt rund drei Minuten dauert. Wer diesen Programmbereich einplant, sollte dennoch einen größeren Zeitpuffer für Zugang, Einweisung und Rückfahrt vorsehen.
Auf dem Lido oder im historischen Venedig wohnen?
Für einen festivalorientierten Aufenthalt ist ein Hotel auf dem Lido logistisch am einfachsten. Die Vorführungen, Pressebereiche und wesentlichen Veranstaltungsorte liegen auf derselben Insel. Frühe Screenings und späte Premieren lassen sich so besuchen, ohne jeden Tag mehrfach die Lagune überqueren zu müssen.
Ein Hotel im historischen Zentrum bietet dagegen den unmittelbaren Zugang zu San Marco, Dorsoduro oder dem Canal Grande. Dafür muss der tägliche Wassertransfer zum Lido fest in den Ablauf eingeplant werden. Während des Festivals sollte nicht nur die Lage des Hotels, sondern auch der Zugang zu einem geeigneten Bootsanleger geprüft werden. Ein prestigeträchtiger Palazzo ohne direkt nutzbaren Anleger kann in der Praxis weniger komfortabel sein als ein zurückhaltenderes Haus mit zuverlässig organisiertem Wassertaxi.
Kann Lohn Aviation die gesamte Reise einschließlich Hotel organisieren?
Ja. Auf Wunsch koordiniert Lohn Aviation die Reise als durchgängiges Arrangement mit einem persönlichen Ansprechpartner. Dazu gehören die Abstimmung der Ankunft am Lido oder in Venezia Marco Polo sowie sämtliche Transfers per Fahrzeug und Wassertaxi. Auch Hotel, Restaurantreservierungen und der zeitliche Ablauf zwischen Vorführungen, privaten Terminen und Veranstaltungen können in die Planung einbezogen werden.
Die richtige Wahl hängt daher vom Schwerpunkt der Reise ab. Wer mehrere Filme und Branchentermine pro Tag besucht, profitiert meist von einer Basis auf dem Lido. Wer das Festival mit privaten Einladungen, Galeriebesuchen und Abendterminen im historischen Venedig verbindet, kann die Lage im Zentrum bevorzugen.
Direktflug zum Aeroporto Giovanni Nicelli
Der Aeroporto Giovanni Nicelli liegt im Norden des Lido, nur 1,9 nautische Meilen östlich von Venedig. Seine 994 Meter lange und 45 Meter breite Graspiste macht ihn jedoch nicht für jedes Geschäftsreiseflugzeug geeignet. Der Flugplatz ist ausschließlich für VFR-Verkehr geöffnet. Eine An- oder Abreise mit kombiniertem IFR/VFR-Flugplan ist möglich, die letzte beziehungsweise erste Flugphase muss jedoch unter Sichtflugbedingungen erfolgen.
Im September gelten regulär Öffnungszeiten von 09:00 bis 19:00 Uhr Ortszeit. Flüge außerhalb dieser Zeiten benötigen eine vorherige Genehmigung. Für Zoll- und Einreiseformalitäten sieht die veröffentlichte Luftfahrtinformation eine Voranmeldung von mindestens drei Stunden beim Flugplatzbetreiber vor. Auch die Parkposition muss frühzeitig abgestimmt werden: Für Hubschrauber und Flugzeuge über 2.000 Kilogramm stehen lediglich sechs befestigte Positionen zur Verfügung, für die eine Reservierung erforderlich ist. (Flugbetriebliche Informationen, Parken am Aeroporto Nicelli)
Ob eine bestimmte Maschine den Lido sicher und sinnvoll nutzen kann, lässt sich nicht allein anhand des Flugzeugtyps entscheiden. Pistenbeschaffenheit, Nässe, Wind, Temperatur, Abfluggewicht, Passagierzahl und erforderliche Sicherheitsmargen müssen für jeden Flug neu bewertet werden. Gerade eine nasse Graspiste kann die verfügbare Performance wesentlich verändern. Bei ungünstiger Sicht oder anderen operationellen Einschränkungen bleibt Venezia Marco Polo die belastbarere Alternative.
Ein Anflug über die Lagune
Der Anflug auf den Lido kann eine Perspektive bieten, die bei einer Landung in Marco Polo so nicht entsteht. Abhängig von Wind, aktiver Piste und der von der Flugsicherung vorgegebenen Route öffnet sich der Blick über die Lagune, die schmale Insel des Lido und die Silhouette des historischen Venedigs. Die genaue Flugroute lässt sich nicht als Panorama bestellen; bei passenden Bedingungen gehört die visuelle Ankunft dennoch zu den eindrucksvollsten Teilen der Reise.
Der eigentliche Vorteil zeigt sich nach der Landung. Der Anleger für Wassertaxis liegt nur ungefähr 50 Meter vom Flughafengebäude entfernt. Ist das Boot vorbestellt und auf die tatsächliche Ankunftszeit abgestimmt, kann es unter günstigen Bedingungen möglich sein, etwa fünf Minuten nach dem Abstellen des Flugzeugs bereits im Wassertaxi zu sitzen. Die Fahrt vom Nicelli Airport nach San Marco dauert anschließend ungefähr zehn bis zwölf Minuten. Ohne Vorbestellung nennt der Flugplatz dagegen eine übliche Wartezeit von 15 bis 20 Minuten. (Transferinformationen des Aeroporto Nicelli)
Damit ist Nicelli für geeignete Flugzeuge der unmittelbarste Landepunkt zum historischen Zentrum. Das Wassertaxi verlässt den kleinen Anleger, überquert die Lagune und erreicht Venedig nicht über eine Zufahrtsstraße, sondern über das Wasser. Die Ankunft wird so nicht zu einem separaten Bodentransfer, sondern zum letzten Teil der Reise.
Wer direkt zu den Filmfestspielen möchte, benötigt allerdings nicht zwingend ein Boot. Der Palazzo del Cinema und die wichtigsten Festivalorte befinden sich ebenfalls auf dem Lido und sind vom Flugplatz über einen kurzen Straßentransfer erreichbar. Das Wassertaxi ist vor allem dann die schnellste Lösung, wenn das Hotel, ein Empfang oder ein Abendtermin im historischen Zentrum liegt.
Was vor dem Abflug feststehen sollte
Eine direkte Lido-Ankunft sollte nicht erst am Reisetag improvisiert werden. Flugzeugeignung, Pisten- und Wetterbedingungen, Parkposition, Betriebszeiten, Zollanforderungen, Bodentransfer und eine belastbare Ausweichplanung nach Marco Polo müssen vorab geklärt sein. Während des Filmfestivals kommen eine hohe Nachfrage nach Parkraum, Wassertaxis und kurzfristig verfügbaren Hotelanlegern hinzu.
Auch bei einer ideal koordinierten Ankunft sollte eine wichtige Premiere nicht unmittelbar an die geplante Landezeit anschließen. VFR-Bedingungen, Verkehrsführung über der Lagune und kurzfristige Änderungen können die Ankunft verschieben. Die außergewöhnliche Nähe des Flugplatzes reduziert den Transfer, ersetzt aber keinen angemessenen Zeitpuffer.
Das Besondere an einer Landung auf dem Lido ist daher nicht allein die eingesparte Zeit. Es ist die Möglichkeit, Flug, Lagune und Festival zu einer zusammenhängenden Ankunft zu verbinden: wenige Minuten vom Flugzeug zum Boot, eine kurze Überfahrt nach San Marco oder ein direkter Transfer zu den Festivalspielstätten auf derselben Insel. Voraussetzung ist eine Flugplanung, die die Grenzen des Flugplatzes ebenso ernst nimmt wie seine außergewöhnliche Lage.
Inhalt und fachliche Aussagen dieses Beitrags stammen aus der fliegerischen Erfahrung unseres Teams. Bei Formulierung und Aufbereitung kam KI-Unterstützung zum Einsatz. Der Text wurde vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft und freigegeben.